Präimplantationsdiagnostik

In welcher Form soll die Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz erlaubt werden? Wir haben die jüngste Revision des Fortpflanzungsmedizingesetz mit dem Fortpflanzungsmediziner Prof. Dr. Christian De Geyter, der CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, dem Ethiker Prof. Dr. Markus Zimmermann und der EVP-Politikerin Brigitte Gysin diskutiert.

reatch durfte über 100 Personen an der spannenden Podiumsdiskussion über die Zukunft der Fortpflanzungsmedizin in der Schweiz begrüssen. Unter der Moderation von Servan Grüninger (Präsident reatch) diskutierten Prof. Dr. Christian De Geyter (Chefarzt und Abteilungsleiter Gyn. Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Universitätsspital Basel), Elisabeth Schneider-Schneiter (Nationalrätin CVP Basel-Land), Prof. Dr. Markus Zimmermann (Lehr- und Forschungsrat für theologische Ethik, Universität Fribourg) und Brigitte Gysin (Co-Präsidentin EVP Basel Stadt) über die Revision des Gesetzes über die Fortpflanzungsmedizin, welche am 5. Juni 2016 zur Abstimmung gelangt.

 

Die Referenten:

Elisabeth Schneider-Schneiter, Nationalrätin CVP Basel-Landschaft

«Die Zulassung der PID ist eine überfällige Anpassung an die medizinische und gesellschaftliche Realität: Es macht keinen Sinn, dass ein mehrere Monate altes Kind im Mutterleib weniger gut geschützt ist als eine Eizelle kurz nach der Befruchtung.»

Brigitte Gysin, Co-Präsidentin EVP Basel Stadt

«Bei der PID handelt es sich um ein technisiertes Selektionsverfahren, bei dem im Labor zwischen ‹lebenswert› und ‹lebensunwert › entschieden wird. Dies stellt die Würde allen menschlichen Lebens in Frage.»

Prof. Christian De Geyter, Vize-Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin

«Der neue Gesetzesvorschlag ist ausgewogen, verhindert Missbrauch und ermöglicht eine zeitgemässe Reproduktionsmedizin mit weniger Komplikationen.»

Prof. Dr. Markus Zimmermann, Titularprofessor für christliche Sozialethik an der Universität Fribourg

«Wie viele andere Einzelerfolge in jüngster Zeit erfordert auch die Einführung der Präimplantationsdiagnostik eine grundsätzliche Diskussion über die Ziele und Grenzen der Fortpflanzungsmedizin und der Gendiagnostik. Dafür braucht es einen Marschhalt, sodass die Erlaubnis der PID zum jetzigen Zeitpunkt eine weitere verpasste Chance darstellt.

 

Wie immer fragte reatch die Zuschauerinnen und Zuschauer vor und nach der Veranstaltung nach ihrer Meinung zum Diskussionsthema. Wir stellten den Anwesenden die folgende Frage:

«Stimmen Sie der Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes zu?»
Von den über 100 Anwesenden haben 83 Personen an der Abstimmung teilgenommen. Das Meinungsbild vor der Podiumsdiskussion sah wie folgt aus: 17% lehnten die geplante Verfassungsänderung ab, 21% enthielten sich der Stimme und 62% stimmten für die FMedG Änderung.
Am Ende der Veranstaltung waren noch 11% gegen die Verfassungsänderung, zudem hatte sich der Anteil der Unentschlossenen auf 9% reduziert, während 80% der Befragten mit Ja abstimmten. Damit liegt die Zustimmung zur Revision des FMedG der Anwesenden weit über den gesamtschweizerischen Schätzungen, die bis jetzt vorhanden sind.

 

Diese Podiumsdiskussion ist Teil einer mehrteiligen Veranstaltungsserie zum Thema «Biologische und biomedizinische Grenzfragen des Lebens», welche im Frühjahrs- und Herbstsemester 2016 an der Universität Basel stattfindet. Die Eventreihe wird organisiert in Zusammenarbeit mit dem Verein Forschung für Leben.

Mitwirkende 

Herzlichen Dank an alle Mitglieder von reatch und Forschung für Leben, die zur Vorbereitung und erfolgreichen Durchführung des Events beigetragen haben!

Gesamtleitung
Servan Grüninger (reatch)

Apéro & Saalvorbereitung
Fabienne Odermatt (reatch)
Joel Lüthi (reatch)
Astrid Kugler (Forschung für Leben)

Werbung und Medienarbeit
Joel Lüthi (Leitung, reatch)
Johannes Wilbertz (reatch)
Philippe Valmaggia (reatch)

Fotografie
Fabienne Odermatt (reatch)

Und schliesslich möchten wir ganz herzlich bei der Universität Basel für das Gastrecht und die Videoaufnahmen danken!