Städte der Zukunft

Städte der Zukunft

Lebensräume zwischen Tradition und Innovation

Folgt die moderne Gesellschaft weiterhin dem Narrativ des «Wachstums», so erwartet man bis 2050 eine Weltbevölkerung von über 9 Milliarden Menschen. Dies stellt gerade für Städte sowie die Idee von Stadt grosse Umwälzungen dar. Letztere entspringen nicht nur Herausforderungen ökonomischer, ökologischer, technischer und logistischer, sondern auch sozialer, ethischer und sinnstiftender Art. Generell stellt sich die Frage: Wie wollen wir leben? Welche Ziele verfolgen wir angesichts der Forderung nach Nachhaltigkeit und gleichzeitigem Wachstum? Wollen wir Stabilität anstatt Wachstum? Mehr Bäume anstatt mehr Hochhäuser? Oder alles zusammen?

Es geht um viel mehr als durchtechnologisierte Megastädte

Die reatch Regio-Gruppe in Bern stellt jedoch nicht, wie gegenwärtig üblich, moderne Megastädte wie Tokio, New York, Moskau oder São Paolo in den Fokus. Bei diesem Blick geht vergessen, dass die Mehrheit der Städte auf der Welt eine kultur- und geschichtsträchtige Genese aufweisen – so das Paradebeispiel der Berner Altstadt. Gerade in einer Stadt wie Bern treffen Konservierung und Innovation aufeinander und eröffnen ein Spannungsfeld, dass in der Moderne nicht von neuer Technologie oder Logistik alleine gelöst werden kann. Städte der Zukunft sehen sich nicht exklusiv mit technologischen Fragen beschäftigt, sondern ebenso mit Normen, Werten und Kultur. Über solche Fragen bedarf es eines multiperspektivischen Dialogs, welcher das Projekt «Städte der Zukunft» initiieren und pflegen soll.

Das Gegenwärtige Diskussionsfeld hat viele blinde Flecke

Aktuelle Debatten über Städte der Zukunft bleiben oft beschränkt auf Umwelt, Logistik und Technologie. Aus dem Blick geraten «normale Städte» wie Bern. Das Spannungsfeld zwischen Erhalt und Erneuerung lässt sich u.a. platzmässig und räumlich denken, insbesondere mit Bezug auf soziale Begegnungsfelder. Hier stellen sich etwa spannende Anschlussfragen: Wollen wir offene Begegnungszonen oder eher Privatheit beibehalten? Antworten hierauf bedingen die Eröffnung eines inter- und transdisziplinären Diskussionsraums.

Wie sollen Städte der Zukunft hinsichtlich kultureller, sozialer und gesellschaftlicher Fragestellungen gedacht werden? Dabei wird debattiert, welche «Utopien» und Entwürfe als realistisch gelten, welche «Dystopien» und Negativ-Entwürfe auf Gefahren hinweisen, und welche Zukunftsentwürfe in einem Dialog der Wissenschaften und Gesellschaft zu einer nachhaltigen Lebensgestaltung beitragen können.

Verantwortlich

  • Stefan Emmenegger