Wissenschaft ist Grundlagenforschung – Was sonst?

Im Reden über Wissenschaft wird gemeinhin zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung unterscheiden. Der Wissensgewinn als Kerngeschäft der Wissenschaften ist jedoch eine komplexe Tätigkeit in mehreren Dimensionen und im heutigen wissenschaftsphilosophischen Diskurs ist akzeptiert, dass keine ihrer Methoden zur Definition hinreichend ist. Dennoch lässt sich der Prozess der Wissensgewinnung zumindest schematisch beschreiben, so dass wir uns folgende Fragen stellen können: Welche Rolle spielt die Grundlagenforschung im Prozess des Wissensgewinns? Und ist die begriffliche Unterscheidung von angewandter und Grundlagenforschung wissenschaftstheoretisch betrachtet überhaupt sinnvoll? Diese Fragen erarbeitete Prof. Michael Hagner in seinem Vortrag.

Die Wissenschaft wird gemeinhin unterteilt in Grundlagenforschung auf der einen und angewandter Forschung auf der anderen Seite. Während die angewandte Forschung die Verheissung eines gesellschaftlichen Nutzens bereits im Namen trägt, sieht sich die Grundlagenforschung häufig dem Vorwurf ausgesetzt, dass sie viel koste, jedoch wenig nütze. Im Kontext der Veranstaltungsreihe „Brauchen wir Grundlagenforschung“ diente diese Veranstaltung der Erarbeitung von Grundlagen.

Michael Hagner,  Professor für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich hat aus wissenschaftstheoretischer Perspektive aufgezeigt, mit welchen Begriffen sich Wissenschaft als Tätigkeit beschreiben lässt und wie wir den Prozess des Wissensgewinns schematisch darstellen können. Darauf aufbauend wurden folgende Fragen besonders diskutiert: Lässt sich die begriffliche Unterscheidung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung in dieser schematischen Darstellung nachzeichnen? Welche Rolle spielt die Grundlagenforschung im Prozess des Wissensgewinns? Ist die Unterscheidung wissenschaftstheoretisch sinnvoll?

Dieser Vortrags- und Diskussionsabend ist der dritte Teil einer fünfteiligen Veranstaltungsserie zum Thema «Brauchen wir Grundlagenforschung?», welche im Herbst 2015 und Frühling 2016 an der Universität Zürich stattfindet. Die Aufzeichnungen der vergangenen Veranstaltungen finden sich alle auf unserer Website.

Wir danken der cogito Foundation für die finanzielle Unterstützung der Eventreihe.

Mitwirkende 

Gesamtleitung: Servan Grüninger

Moderation: Servan Grüninger

Werbung und Medien: Joel Lüthi

Apéro und Saalvorbereitung: Martin Rozkowski

Fotografie und Film: Sara von Salis und Joel Lüthi